27
mit heroiſchem Schwung wie ein Schwert ergriff. Weit aus dem Fenſter vorgebeugt,— der tolle Junge hätte faſt herunter fallen können,— fuhr er mit dem Birkenreis dem angreifenden Sperling entgegen, der bereits den äuße⸗ ren Rand der Schwalbenburg erklettert hatte. Der Kampf war zu ungleich, um nicht ſchnell ein Ende zu finden, Herr Sperling war, wie alle gemeinen Seelen, frech gegen Schwächere wie er ſelber und feig gegen Stärkere, deshalb gab er Ferſengeld und flog davon. Erſt als er aus dem Bereiche der Gefahr entronnen und ſich ſicher fühlte, that er den Schnabel auf und raiſonnirte eben, wie nur ein Sperling raiſonniren kann. Mit dem ſtolzen Gefühle des Siegers legte Wilhelm die furchtbare Waffe ab und ſchwelgte im Gefühle ſeines allerdings nicht zu theuer er⸗ kauften Triumphs. Er ſah noch mit großer Befriedigung die Rückkehr des alten Schwalbenpaares und hörte den Bericht, welchen gewiß die erſchrockenen Jungen mit lau⸗ tem Zwitſchern von der ausgeſtandenen Gefahr und ſeinen Heldenthaten den würdigen Eltern abſtatteten. Dieſer kleine Zwiſchenfall ließ ihn ganz ſeine unfreiwillige Gefan⸗ genſchaft und die über alle Gebühr ſich ausdehnende Ab⸗ weſenheit ſeiner Pflegemutter einigermaßen vergeſſen.— Unterdeß befand ſich Frau Schneider in der Wohnung des grimmigen Hauswirths, der ſie zu einer wichtigen Confe⸗ renz ſchon am frühen Morgen beſchieden hatte. Es han⸗


