Teil eines Werkes 
2. (1858) Der Waisenknabe / von Max Ring
Entstehung
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ihre Widerrede zu beachten, mit ſich fort zog.— Den armen Jungen, der ſich überdies nicht ganz ſchuldfrei fühlte, überkam in ſeiner Einſamkeit plötzlich das Gefühl ſeiner gänzlichen Verlaſſenheit, verbunden mit der Angſt vor dem Strafge⸗ richt, welches ſeiner wartete, ſo bald Frau Schneider zurück kehrte, die, durch ihre Geſchäfte abgehalten, bei der eben ſtattgefundenen Scene nicht zugegen war. Mit hängendem Kopfe ſchlich er die drei Treppen hinauf in die Dachwoh⸗ nung, wo er mit pochendem Herzen der Ankunft ſeiner Pflegemutter entgegen ſah.

Zweites Capitel.

Ermüdet von der vorangegangenen Aufregung, war der junge Sünder auf ſein ärmliches Lager hingeſunken und alsbald eingeſchlafen; er träumke von dem Vulkan, von Lieschen und dem Hauswirthe, mit dem er im Traume in ein ernſtliches Handgemenge gekommen war. Eben holte er zu einem herzhaften Hiebe aus, als eine unſanfte Hand ihn derb rüttelte und aus ſeinem Schlummer weckte. Als er ſich den Schlaf aus den Augen rieb und dieſe aufſchlug, ſtand Frau Schneider vor ihm mit zorniger Geberde: