vergangen hat und beſtraft werden ſoll, ſo muß Ihr Sohn auch das Seinige abbekommen. Gleiche Brüder, gleiche Kappen; denn ich habe geſehn, wie er dabei geſtanden und mit geholfen hat. Was dem Einen Recht iſt, iſt dem An⸗ dern billig.“
„Ich verbitte mir jede Einmiſchung,“ ſchrie Herr Roſenberg auf's Aeußerſte gereizt.„Da Sie aber mit Sprüchwörtern ſo herumwerfen, ſo will ich Ihnen auch damit dienen: Schuſter bleib' bei Deinem Leiſten und wer Pech anrührt, beſudelt ſich.“
„ Und Hochmuth kommt zum Fall,“ äußerte der auf⸗ gebrachte Schuſter, indem er keine Antwort ſchuldig blieb. „Der Krug geht ſo lange zum Waſſer bis er bricht. Den⸗ ken Sie, weil Sie ein Rennthier und Hauswirth ſind, daß Sie einen ehrlichen Mann ſo mir nichts dir nichts belei⸗ digen dürfen. Es iſt nicht Alles Gold, was glänzt. Man weiß, wie Sie zu dem vielen Gelde gekommen ſind, und mit anderer Leute Vermögen kann man leicht Häuſer kau⸗ fen und Paläſte bauen. Ich könnte Ihnen ein Lied vor⸗ ſingen, wie man zum reichen Manne wird, wenn man die zehn Gebote ſich um die Ohren ſchlägt und Fünfe grade ſein läßt. Unſereins muß ſich ſein Brod ſauer verdienen,
dafür kann ich auch aller Welt grade in die Augen ſehn, was Jedermann nicht darf.“
„Das ſind Injurien, Injurien!“ bellte der Haus⸗


