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der ſeine Eltern nicht kannte, dem Waiſenhauſe zu über⸗ geben, aber dann wußte Wilhelm ſo lange zu ſchmeicheln und zu bitten, bis ſie ſich von Neuem entſchloß, ihn wieder zu behalten, obgleich ſie es nur um Gottes Willen that und ihre Vermögensverhältniſſe, wie man ſich denken kann, auch nicht die beſten waren. Sie hatte ſich einmal an ihn gewöhnt und mochte den Wildfang gut leiden, wenn er ihr auch viel zu ſchaffen machte und ſie ſchon ſeit Jahr und Tag keinen Heller mehr zu ſeiner Verpflegung erhielt. Früher war das anders geweſen; da hatte ſie regelmäßig durch die Hebamme Winklern alle Vierteljahre eine an⸗ ſehnliche Summe ausgezahlt bekommen, welche vermuthlich von den auch ihr unbekannten Eltern herrührte; aber ſeit⸗ dem die Winklern ſo plötzlich vom Schlage gerührt wurde, hörten auch die Unterſtützungsgelder auf und kein Menſch bekümmerte ſich mehr um den Jungen. Dennoch konnte ſich Frau Schneider nicht entſchließen, ihn fortzuthun, wie ihr von vielen Seiten gerathen wurde; ſie behielt ihn, zog ihn groß, gab ihm zu eſſen und das war keine Kleinigkeit; denn er aß, wie Knaben in ſeinem Alter thun, ſehr viel. Auch kleidete ſie ihn ſo gut ſie es vermochte; was ebenfalls nicht geringe Koſten in ihren Verhältniſſen verurſachte, da Wilhelm alle Monate mindeſtens ein Paar Hoſen zerriß, ſo daß die gute Frau der Meinung war, daß ihr Pflegling nicht wie andere Leute auf den Füßen, ſondern auf den


