Teil eines Werkes 
2. (1858) Der Waisenknabe / von Max Ring
Entstehung
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meiſt im eigentlichen Sinne die partie honteuse der Stadt mit ihren dumpfen, engen Wohnungen, welche kaum durch einen freundlichen Sonnenſtrahl erhellt werden, mit ſchmalen, gebrechlichen Treppen, klappernden Thüren und Schlöſſern, mephitiſchen Ausdünſtungen aller Art, rau⸗ chenden Küchen und feuchten Kellern, in denen das Waſſer oft Monate lang ſtehen bleibt. Die Bevölkerung derſelben gehört zum großen Theil den arbeitenden Klaſſen an; hier lebt der fleißige Handwerker, der trotz aller Anſtrengung nicht ſo viel verdient, um ſeine überaus zahlreiche Familie zu ernähren, die Wäſcherin, welche durch die fortwährende Berührung mit bald heißem und bald kaltem Waſſer an der Gicht leidet und kaum mehr einen Finger rühren kann, der heruntergekommene Muſiker, der Privatlehrer, der am Hungertuche nagt; die arme Wittwe mit ihrer kleinen Penſion, oder einer monatlichen Unterſtützung von zwei Thalern aus der Armenkaſſe, der Abenteurer, der entlaſſene Bediente, der beſtrafte Verbrecher, welcher unter polizei⸗ licher Aufſicht ſteht; das ganze Heer, aus dem ſich das Laſter und die Gefängniſſe zu rekrutiren pflegen. Das kriebelt und krabbelt, rennt und läuft, regt und drängt ſich wie in einem wimmelnden Ameiſenhaufen und dazwi⸗ ſchen ſchreien und lachen, ſpielen und irren unzählige Kin⸗ der von jedem Alter, denn grade die Armuth pflegt mit einer zahlreichen Nachkommenſchaft geſegnet zu ſein, die