Teil eines Werkes 
1. (1858) Die Geschiedene / von Max Ring
Entstehung
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mußte. Er berief ſich auf die tägliche Erfahrung und indem er ſein Gemälde durch treffende Züge und Beweiſe aus dem wirklichen Leben unterſtützte, weckte er das Echo in jeder Bruſt. Als er geredet hatte, herrſchte die tiefſte Stille; der größte Triumph des Redners. Kein Beifalls⸗ zeichen ertönte; denn die Anweſenden waren zu ſehr er⸗ griffen; zu ſehr mit dieſem plötzlichen und unerklärlichen Wechſel beſchäftigt. Jedermann bemühte ſich, eine Löſung dieſes unerwarteten Ereigniſſes zu finden. Unter dem Eindrucke dieſer glänzenden Schlußrede, welche durch das Geheimnißvolle noch einen beſonderen Reiz erhielt, ließ der Präſident zur Abſtimmung ſchreiten. Das Reſultat war vorauszuſehen. Selbſt viele Anhänger der Regierung fielen im letzten, entſcheidenden Augenblick von ihr ab und das Geſetz wurde in ſeiner Totalität verworfen, trotzdem die einzelnen Paragraphen angenommen waren. Die Tri⸗ bunen und Gallerien, welche ſich bisher ſtumm verhalten hatten, brachen in einen lauten Beifallsſchrei aus und ließen Bolten hoch leben. Der Präſident ſah ſich ge⸗ nöthigt, die Zuſchauerplätze räumen zu laſſen. Am nächſten Tage waren die liberalen Zeitungen voll Aner⸗ kennung für den Regierungskommiſſar, der noch in der letzten Stunde in ihr Lager übergetreten und zur Er⸗ kenntniß gekommen war; wogegen die Regierungsblätter offen gegen den Abtrünnigen auftraten und auf ſeine Ent⸗