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Nachgiebigkeit in dieſer Beziehung; daß er nicht den Muth gehabt, ſeinem Vorgeſetzten gegenüber entſchieden abzu⸗ lehnen. Dazu kam noch, daß er in Widerſpruch mit ſeinen eigenen Ueberzeugungen gerieth und eine Sache öffentlich ver⸗ theidigte, die er im Stillen nicht billigen konnte. Seine An⸗ ſichten hatten ſich nach und nach gänzlich geändert; aus einem Gegner der Eheſcheidungen und Vertheidiger der ſtrengeren Geſetze, war er ein Anhänger der milderen Praxis geworden, nicht aus egoiſtiſchen Gründen, ſondern weil ihm ſeine Er⸗ fahrung eines Beſſeren belehrt hatte. Antonien's Fall warf alle ſeine bisherigen allgemeinen und abſtracten Sätze über den Haufen. Die Mißhandlungen und geiſtigen Leiden des edlen, unglücklichen Weibes ſchrieen nach ſeiner Mei⸗ nung dringend und laut genug um Abhülfe. Hier fand er die gewichtigſten Gründe, welche ſeine frühere Ueberzeugung vollkommen zu Schanden machten. Nicht den Leib ſondern die Seele, das Herz und alle edlen Eigenſchaften einer Frau ſah er jetzt der vohen Gewalt eines nichtswürdigen Mannes hingeopfert. Was war eine körperliche Mißhandlung, ein brutaler Fauſtſchlag gegen dieſe fortwährende geiſtige Vergiftung und den moraliſchen Todtſchlag, den Eſſling an ſeiner Gattin zu vollführen verſuchte? Durften der Staat und die bürgerliche Geſellſchaft ein derartiges Ver⸗ brechen nicht nur ruhig dulden, ſondern hegen und noch durch ihre Geſetze gleichſam ſanktioniren und beſchützen?—
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