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Von ſolchen Gedanken wurde Bolten beſtürmt, während er ſich durch ſeine eigenthümliche Lage genöthigt ſah, im Wi⸗ derſpruche mit ſich ſelbſt, auf dem einmal betretenen Wege fortzugehn. Wollte er nicht ſeine ganze Stellung auf's Spiel ſetzen, ſo blieb ihm nichts übrig, als eine Sache zu vertheidigen, die er für ſeine Perſon aufgegeben hatte; nur um den Pflichten ſeines Amtes nachzukommen, ſelbſt auf die Gefahr hin, ſich für immer elend zu machen.— Bis⸗ her hatte Antonie ſich nicht entſchließen können, den Ver⸗ handlungen, welche ſie ſo nahe angingen, beizuwohnen, trotzdem ſie von Julie vielfach dazu aufgefordert worden war. Am letzten Tage, wo noch einmal über das ganze Geſetz abgeſtimmt werden ſollte, nachdem die einzelnen Paragraphen angenommen waren, gab ſie endlich dem Dringen der Freundin nach. In Begleitung derſelben betrat ſie den Saal, worin ſich die Volksvertreter verſam⸗ melten. Julie war durch Bolten ſelbſt mit den nöthigen Billets verſehn; ſo daß ſie einen der beſten Plätze auf der Tribüne, grade gegenüber der Rednerbühne, fanden und zwar in erſter Reihe dicht an der Brüſtung. Der Zuſchauer⸗ raum war zum Erſticken angefüllt und Antonie fand ſo manche alte Bekannte, die entweder ſie jetzt nur kalt, oder gar nicht begrüßten. Sie achtete nicht darauf, wie ſie es wohl ſonſt gethan hätte; denn ihre ganze Aufmerkſamkeit war hauptſächlich auf die heutige Schlußverhandlung ge⸗


