Teil eines Werkes 
1. (1858) Die Geschiedene / von Max Ring
Entstehung
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der den Abgrund zu ihren Füßen erleuchtete. Mit einem Male wurde ihr das ganze niederträchtige Gewebe klar; ſie erkannte die ihr zugetheilte, gemeine Rolle; jetzt wußte ſie, wozu dieſes Souper, die Entfernung ihres Gatten, das Alleinlaſſen mit dem Baron dienen ſollten. Ein Schauder erfaßte ſie; ſie mußte ſich an dem Stuhle feſt⸗ halten, um nicht umzuſinken.

Ewige Barmherzigkeit! murmelte ſie.Iſt es bereits dahin gekommen.

Wallenberg ſuchte ſich ihr zu nähern und ihren Arm zu ergreifen; ſie ſtieß ihn mit all ihr noch zu Gebote ſtehenden Kraft zurück.

Was ſoll das heißen? fragte er mit ſtieren Augen.

Hinweg, Elender! Und rühren Sie mich nicht an, oder ich ſchreie um Hülfe.

Bleich, wie ein Marmorbild, ſtand ſie mit drohender Geberde vor ihm aufgerichtet; ihr Anblick ſchien ihn einiger⸗ maßen zur Beſinnung zu bringen, doch bald ſiegte ſeine Leidenſchaft und der Rauſch von Neuem über das Auf⸗ dämmern eines beſſeren Gefühls in ihm.

Sträube Dich nicht, ſchrie er laut,mein holdes Täubchen! Ich denke, wir haben lange genug mit einander Comödie geſpielt. Wozu die Verſtellung?

So ging er, oder er wankte vielmehr mit offenen Armen auf ſie zu, bereit, wie es ſchien, im Nothfalle von