169
Gehen Sie nur und bringen Sie mir den Wiſch. Ich werde unterſchreiben, je ſchneller, deſto lieber. Ich bin kein Freund von Geſchäften.“
„Endlich hab' ich ihn,“ flüſterte Eſſling, indem er ſich entfernte und den Baron in dem höchſten Grade von Aufregung zurückließ.
Kaum hatte jener die Thür hinter ſich geſchloſſen, als Wallenberg, von Liebe und Wein zum Aeußerſten gebracht, ſich zu Antonien's Füßen warf und mit einer Art von raſender Beredtſamkeit ſeine Leidenſchaft geſtand und um ihre Gegenliebe flehte. Das hatte ſie nicht erwartet; ent⸗ rüſtet ſprang ſie auf; ihre Geberden verriethen Zorn und Ueberraſchung.
„Stehen Sie auf, entfernen Sie ſich,“ rief ſie ge⸗ bieteriſch,„ehe mein Mann zurückkommt.“
„Ihr Mann!“ lachte der Baron in ſeinem Ranſche. „Von dem hab' ich nichts zu fürchten. Der drückt beide Augen zu. Ich bin nicht ſo dumm, wie Sie glauben. Es i*ſt ja Alles zwiſchen uns abgemacht. Ich unterſchreibe und Sie werden die Meine. Anders thu' ich's nicht. Wozu ſperren Sie ſich noch? Der Handel hat ſeine Richtigkeit, natürlich muß man die Dehors und den Anſtand zu be⸗ wahren wiſſen. Ha, ha, ha! Sie ſpielen Ihre Rolle zum Entzücken, meine Gnädige.“
Vor Antonien's Augen zuckte es wie ein greller Blitz,


