Teil eines Werkes 
1. (1858) Die Geschiedene / von Max Ring
Entstehung
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darbot, war mit Mühe und Geldopfer herbeigeſchafft, die feine engliſche Auſter, friſch im Seewaſſer ſchwimmend, der piquante Hummerſalat, die echte franzöſiſche Trüffel mit ihrem würzigen Duft. Eine Batterie der herrlichſten Weine ſtand auf dem Tiſch gepflanzt, feuriger Burgunder in rother Gluth, alter Rheinwein, wie flüſſiges Gold im Glaſe funkelnd, und der ſchäumende, perlende Champagner in Eis geſtellt.

„Greifen Sie zu,“ ſagte Eſſling mit erheuchelter Fröhlichkeit,„oder wenn es Ihnen lieber iſt, Baron, ſo ſoll Sie meine Frau bedienen. Auf Ihr Wohl!“

„Auf das Wohl unſerer ſchönen Wirthin!“ rief Wallenberg mit Begeiſterung.

„Immer galant gegen die Damen,“ lachte der Gaſt⸗ geber.„Antonie! Du mußt mit uns anſtoßen.“

Sie that es; die Gläſer klirrten und klangen. Der Baron leerte das ſeinige bis auf den Grund und Eſſling beeilte ſich, daſſelbe immer von Neuem zu füllen.

„Noch ein Glas auf den Abſchluß unſres Geſchäftes,“ nöthigte er ſeinen Gaſt.„Ich kann Ihnen meinen Cham⸗ pagner empfehlen, derſelbe iſt direkt bezogen. Die Wittwe Cliquot hat noch mehr von dieſer Sorte.“

„Excellent!“ ſtammelte Wallenberg, dem der Wein bereits zu Kopfe ſtieg.„Erlauben Sie, gnädige Frau, daß ich Ihr Glas mit dieſem Nektar füllen darf.“