165
nicht ihre Schuld. Ich könnte mich faſt in meine eigene Frau verlieben; wäre ſie nur nicht ſo verdammt langweilig für mich.“
Um ſie bei guter Laune zu erhalten, lobte er ihr Ausſehen in überſchwänglichen Ausdrücken, hier und da noch zu irgend einer Verbeſſerung ihrer Toilette rathend, wobei er ſelbſt mit ſeinen Händen nachzuhelfen ſuchte. Galant führte er ſie zu dem großen Trumeau, in dem ſie ſich von allen Seiten betrachten mußte.
„Du ſiehſt wirklich wie ein Engel aus,“ rief er faſt mit ungeheuchelter Bewunderung aus.„Niemand kann Dir widerſtehen.“
Mit einem Anfluge früherer Zärtlichkeit küßte er Antonien's weiße Hand und um ſeiner Aufmerkſamkeit und Freundlichkeit die Krone aufzuſetzen, ſchmückte er den ſchönen Arm mit einem koſtbaren Brillantſchmuck, den er eigens für dieſe Gelegenheit gekauft hatte.
„Ich habe Dir ihn ſchon lange zugedacht,“ ſagte er verbindlich.„Du ſollſt von nun an ſtets in mir den ge⸗ fälligſten Ehemann finden; da ich ſehe, daß auch Du meine Wünſche gern erfüllſt.“
Während Antonie das prachtvolle Armband mit ver⸗ zeihlicher Neugierde betrachtete, beobachtete ſie Eſſling mit ironiſchen Blicken.
„Mit Speck fängt man Mäuſe,“ dachte er im Stillen.


