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Eitelkeit, das mit der Zeit und durch ſeine Liebenswür⸗ digkeit zu erobern, was ihm freiwillig nicht geſtattet wurde. Unabläſſig war er bemüht, Antonien's Gunſt zu erlangen, ohne ſich jedoch nur des geringſten Fortſchrittes rühmen zu dürfen. Nach wochenlanger Aufmerkſamkeit ſtand er noch immer auf demſelben Punkte. Ihre Zurückhaltung, die ſie ihm entgegenſetzte, fachte nur noch mehr die ver⸗ zehrende Flamme an und grade die Hinderniſſe ſtachelten nur um ſo heftiger ſeine Begierde nach dem herrlichen Weibe; ſie mußte um jeden Preis die Seine werden.— Eſſling ſchien für dieſe häuslichen Vorgänge vollkommen blind zu ſein; ſo oft Antonie das Geſpräch auf den Baron brachte, ſchnitt er alle Erörterungen in rauher Weiſe ab. Er hatte ſeinen eigenen Plan, den er mit der ihm an⸗ geborenen Schlauheit verfolgte. Seine Abſicht ging darauf hinaus, den Baron zur Abtretung ſeiner Güter, um einen billigen Preis, zu bewegen. Dazu hoffte er ihn durch die Reize Antonien's zu bringen, der er bei dem vorhabenden Geſchäfte, oder vielmehr Betruge, eine entehrende Rolle zugedacht hatte. Zur Erreichung ſeiner Pläne ſcheute er auch die niedrigſten, die gemeinſten Mittel nicht. Schon ſeit längerer Zeit ſtand er wegen dieſes Geſchäftes mit Wallenberg in Unterhandlung. Im Beſitz der Hypotheken, hatte er dem Baron den Vorſchlag gemacht, gegen eine Jahresrente ihm ſeine Güter einzuräumen. Für eine 1858. XIV. Neue Stadtgeſchichten. I. 11


