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zeichneter Klavierſpieler war, ſich bereit erklärte, die ſchwie⸗ rige Begleitung zu übernehmen. Die übrige Geſellſchaft verſtummte, um dem ihr gebotenen muſikaliſchen Genuſſe zuzuhören. Um das Inſtrument bildete ſich ein Kreis, bereit den Sängern zu applaudiren. Nie hatte Bolten ſo ſchlecht geſungen, als grade heut. Er war zerſtreut, be⸗ fangen und kam immerwährend aus den Takt. Bald fiel er nicht zur rechten Zeit ein, bald überſah er eine Pauſe, oder eine Note, ſo daß zuletzt auch das Fräulein die Geduld verlor und ärgerlich, mitten in dem Duette, auf⸗ hörte.
„Es geht nicht,“ ſagte ſie verdrießlich.„Der Herr Geheimrath iſt anderweitig beſchäftigt. Gott weiß, wo ſeine Gedanken ſein mögen? Gewiß überall nur nicht hier bei uns.“
Bolten erröthete und wollte verlegen eine Entſchul⸗ digung vorbringen. Ihr ſcharfes Auge ſchien ihn zu durch⸗ bohren und vermehrte nur noch ſeine Befangenheit. Eine Ahnung, daß ihn bereits ein anderes Verhältniß feſſelte, ſtieg in ihrer Seele auf. Ihr Stolz empörte ſich; ſie hatte ſich bereits mit dem Gedanken vertraut gemacht, die Seinige zu werden, obgleich es bisher von ſeiner Seite noch zu keiner Erklärung gekommen war.— Sollte Sie ſich getäuſcht haben?— Seine Zurückgezogenheit, ſein ganzes Betragen in letzterer Zeit, die ſeltenen Beſuche im Hauſe des Mi⸗


