Teil eines Werkes 
1. (1858) Die Geschiedene / von Max Ring
Entstehung
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„Meine anſtrengenden Arbeiten,“ erwiederte er,„mö⸗ gen mich bei Ihnen, mein gnädiges Fräulein, entſchuldigen.“

„Ich werde mich noch mit Papa zanken, daß er Ihnen ſo viel aufbürdet. Sein Glück iſt, daß er Ihnen wenigſtens einen Theil Ihrer Laſten abgenommen und Herrn Hille⸗ brand, wie dieſer mir eben ſagte, aufgeladen hat. Dem Aſſeſſor kann es nicht ſchaden; der hat ohnehin ſoviel Allo⸗ tria im Kopf, daß ihm eine ernſte Beſchäftigung nur gut thun wird.“

„Sie ſind zu beſorgt für mich,“ ſcherzte der Aſſeſſor, ſich in das Geſpräch miſchend.„Ich hoffe, daß der Herr Geheimrath mit mir zufrieden ſein wird.“

„Das will ich Ihnen auch gerathen haben,“ bemerkte die Miniſtertochter mit ſchalkhaftem Ernſte;„ſonſt dürfen Sie auf meine Protektion nicht rechnen. Sie dürfen unſern Geheimrath nicht mehr ſo viel arbeiten laſſen, damit er wieder Zeit erhält, einen Abend bei ſeinen Freunden zu verweilen. Ich glaube, daß der viele Aktenſtaub, den er ſchlucken mußte, ſeine ſchöne Stimme gänzlich ruinirt hat. Mir kommt es wie eine Ewigkeit vor, daß ich ihn nicht ſingen hörte. Schnell! kommen Sie, lieber Bolten, wir wollen das Duett probiren, das wir ſchon früher mit ein⸗ ander geſungen haben.“

Mit dieſen Worten zog das lebhafte Mädchen ihn zu dem Inſtrumente fort, während Hillebrand, der ein ausge⸗