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zwingen, aber eben ſo wenig können wir als vernünftige Eltern zugeben, daß Du Dich ſelbſt unglücklich machſt.“ Solche Worte im mütterlich beſorgten Tone geſpro⸗ chen verfehlten ihre Wirkung nicht. Antonie mußte ihnen beipflichten, weil ſie die Richtigkeit derſelben nur zu klar einſah. Dennoch hatte ſie mit ihrer Neigung für Bolten und mit ihrem Widerwillen gegen Eſſling noch einen ſchwe⸗ ren Kampf zu beſtehn. In beſſeren Stunden traute ſie ſich wohl den Muth zu, die größten Opfer ihrer Liebe zu brin⸗ gen, aber zuletzt behielt doch immer die kalte Ueberlegung die Oberhand. Sie ſchauderte vor der Armuth und dem Elend zurück, das ſie in einer ſolchen Verbindung ſah; auch fürchtete ſie noch weit mehr als Alles das Mitleid und den Spott der Welt. Hätte ſie nur eine wahre Freundin in ihrer Umgebung gehabt, vor der ſie ihr Herz ausſchütten durfte, aber ſie kannte keinen Menſchen, dem ſie ſich an⸗ vertrauen konnte. Von Zulie wollte ſie keinen Rath ſich holen, da die arme Frau durch ihr Beiſpiel hinlänglich ihr als Lehre und Warnung diente. Von dem Vater beſtürmt, von der ſanfteren Mutter überredet, faßte ſie endlich den Entſchluß Bolten aufzugeben. Einmal dahin gebracht, war es ihr gleichgültig, welchem Manne ſie angehören ſollte, vorausgeſetzt, daß er die hinlänglichen Mittel und ein ge⸗ nügendes Vermögen beſaß, um ſie wenigſtens durch äuße⸗ ren Glanz für dieſes Opfer zu entſchädigen. Wie viele 44


