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ſagend. Bolten machte aus ſeinem geringen Einkommen ihr kein Geheimniß; ſie kannte auch manche ehrenwerthe Beamtenfamilie, welche von einer ähnlichen unbedeutenden Summe leben mußte. Eine ihrer Schulfreundinnen hatte dieſes Loos gezogen und Antonie hörte, ſo oft ſie zum Be⸗ ſuche kam, die ewigen Klagen der jungen Frau. Da fehlte es bald an dieſem, bald an jenem; die Einrichtung war zwar anſtändig, aber im Ganzen ärmlich; das Hausweſen auf das Knappeſte eingerichtet, auf Luxusgegenſtände und Vergnügen durfte nicht gerechnet werden. Der ſonſt liebens⸗ würdige Mann war gewöhnlich ernſt und verſtimmt, zu⸗ weilen ſogar mürriſch; die Frau, früher heiter und aus⸗ gelaſſen, jetzt meiſt trübſinnig und melancholiſch. Die Sorge hatte ihre blühenden Wangen ſchon gebleicht und wenn Antonie kam, fand ſie ſie oft in Thränen. Es fehlte nicht an kleinen und ſelbſt an größeren Zwiſtigkeiten, denn wo der Mangel einkehrt, da ſtellt ſich auch ſein ganzes Gefolge, Zwietracht, Vorwürfe und die anderen Feinde der Liebe ein. Das Elend wurde aber um ſo drückender, da die Verhältniſſe zu einem gewiſſen, äußern Aufwand nöthigten, der auf der anderen Seite nur durch die größten Entbehrungen erkauft werden mußte. Nicht der geborne Bettler iſt zu bedauern, ſondern der Arme, welcher ſeiner Stellung täglich unerſchwingliche Opfer bringen muß. Antonie war Zeugin ähnlicher Scenen und ſie ſchauderte,


