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Sie iſt noch das einzige Frauenzimmer, das mich zu amü⸗ ſiren verſteht; bei allen Uebrigen ſchlafe ich vor Langeweile ein. Sie ſoll diesmal noch den Brillantſchmuck haben; doch ich will ernſthaft mit ihr reden. Wenn das ſo fort⸗ geht, ſo ruinirt ſie mich.“
Er ergriff nach dieſem halblauten Selbſtgeſpräch die Morgenzeitung, die er flüchtig durchblätterte. Nicht der Leitartikel und der politiſche Theil, ſondern einzig und allein die mitgetheilten Börſencourſe erregten ſeine Aufmerkſam⸗ keit. Eſſling war ein kühner Geldſpekulant, der bisher vom Glücke begünſtigt ſein bedeutendes Vermögen faſt ſchon verdoppelt hatte. Er liebte das Geld, weil es ihm eine Reihe unentbehrlicher Genüſſe verſchaffte, deshalb war ſein ganzes Streben auf Erwerb gerichtet. In ſeinem Weſen vereinte ſich der ſchmutzigſte Geiz mit der ausſchweifendſten Verſchwendungsſucht. Wo es galt, ſich ein Vergnügen, eine Bequemlichkeit zu verſchaffen, da ſtreute er das Geld mit vollen Händen aus, während er ſonſt auf die gemeinſte Weiſe knickerte. Für ſeine Perſon war ihm keine Ausgabe zu groß, für Andere auch die unbedeutendſte Summe uner⸗ ſchwinglich. Er konnte hunderte und ſelbſt tauſende von Thalern in Champagner, Auſtern und ähnlichen Luxus⸗ artikeln, für ſeine vielfachen Liebſchaften mit Leichtigkeit ausgeben, um ſo ſchwerer dagegen zu irgend einem löblichen Zwecke ein Opfer bringen. Jedes Mittel ſchien ihm erlaubt,


