Teil eines Werkes 
1. (1858) Die Geschiedene / von Max Ring
Entstehung
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wie unſere gewöhnlichen Milch⸗ und Waſſerſuppengeſichter. Ich will mich ihr vorſtellen und ſie engagiren, obgleich ich ſonſt, wie Ihr wißt, auf Eurer langweiligen Rieſſomm⸗ nicht zu tanzen pflege.

Nehmen Sie ſich nur in Acht, daß Sie keinen Korb bekommen.

Laſſen Sie das meine Sorge ſein. Wo ich anpoche wird mir aufgethan. Dafür heiße ich Eſſling.

Mit dieſen Worten ging er, ohne die ferneren Ein⸗ reden ſeiner Umgebung zu beachten, geradezu und mit ſtolzer Zuverſicht auf den Ort los, wo Antonie noch mit den übrigen Damen ſtand.

Fräulein Mühlenberg, ſagte er dieſe anredend, wird wohl die Güte haben, mich der jungen Dame vorzu⸗ ſtellen. Sie kennen mich am beſten; wir ſind ja Jugend⸗ freunde und deshalb rechne ich auf Ihre Güte. Faſt muß ich glauben, daß Sie mich bereits hinlänglich empfohlen haben werden, denn ich weiß ja, ſo wie alle Welt, daß Sie ſtets das Beſte von Ihrem Nebenmenſchen hinter ſeinem Rücken ſagen.

Die ſo ironiſch Angeſprochene ſchien keineswegs Willens, ſeinem Wunſche zu entſprechen; ſie machte ihm mit gleicher Münze zahlend eine ſpöttiſche Verbeugung, indem ſie ihren Unmuth über ſeine Stachelreden hinter einem ſauer⸗ ſüßen Lächeln zu verbergen ſuchte.