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haften Ausdruck. Ohne ſich Rechenſchaft darüber zu geben, empfand ſie einen unerklärlichen Schauder bei ſeinem An⸗ blick. Er ſaß oder lag vielmehr nachläſſig auf einem Stuhle, von mehreren jungen und älteren Herren umge⸗ ben, mit denen er ſich im überlauten Tone unterhielt. Ob⸗ gleich ſein Aeußeres nicht unangenehm und ſelbſt geeignet war, Intereſſe für ihn einzuflößen, ſo wandte ſich doch das Mädchen verletzt von ihm ab. Die freche Art, womit er ſie un⸗ genirt und faſt herausfordernd noch immer anſtarrte, be⸗ leidigte und erregte ihr Mißfallen. Ihre Wangen wurden roth; ſie mußte unwillkürlich vor ſeinen ſtechenden, man möchte ſagen unverſchämten, Blicken die ihrigen nieder⸗ ſchlagen, obgleich ſie ſonſt eben nicht ſich ſo leicht ein⸗ ſchüchtern ließ. Er hingegen ſchien den keineswegs günſtigen Eindruck, den er hervorgebracht, ebenfalls bemerkt zu haben; denn ſein höhniſches Lächeln wurde nun noch ſpöttiſcher und eine diaboliſche Freude zuckte über das verwitterte Geſicht.
„Wer iſt das Mädchen dort im weißen Kleide mit dem Roſenkranz?“ fragte er den ihm zunächſt ſtehenden Herrn.
„Fräulein Brandeis,“ lautete die Antwort.„Sie iſt eben erſt aus der Penſion gekommen.“
„Gar nicht übel für einen Backfiſch. Das erſte, ver⸗ nünftige Frauenzimmer, das ich hier heute Abend ſehe. Da iſt doch Race, Leben, Feuer drinn, ein anderer Schlag


