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Seele des Mädchens konnte nicht ſo leicht dieſe Zerſtörung ihres Ideals überwinden. Deshalb fielen die Worte ihrer neuen Bekannten auf einen fruchtbaren Boden. Fräulein Mühlenberg gab nur eine Schilderung der Männerwelt, welche mit Antonien's eigenen Erfahrungen überein⸗ ſtimmte.
„Sehen Sie,“ ſagte das biſſige Fräulein,„dort den langen Referendarius, der die Wanda Brauer engagirte. Er ſieht wie die theure Zeit aus. Der gute Mann drückt beide Augen zu, wenn er nur ein Mädchen mit Geld be⸗ kommt. Bei der Liebe fragt er zuerſt den Magen und dann das Herz, oder er verwechſelt vielmehr beide mit ein⸗ ander. Er glaubt zu lieben, während er doch nur ſein Brod und eine anſtändige Verſorgung ſucht. Dabei kommt es ihm gar nicht an, ob der Gegenſtand lahm und bucklig iſt. In ſeinem Eifer überſieht er ganz das Aergerniß an Wanda's Schultern. Ei!“ rief die Boshafte, ſich um⸗ ſchauend,„da iſt ja auch das ſaubere Früchtchen, der junge Herr Eſſling, ein netter Patron, der das Geld ſeines reichen Vaters mit dem Corps de Ballet durchbringt. Das iſt ja ein wahres Wunder, daß man den Herrn einmal wieder in anſtändiger Geſellſchaft begegnet. Das iſt ihm ſchon lange nicht paſſirt und es ſcheint ihm ſelber ganz wunderbar vor⸗ zukommen. Aber Alles was wahr iſt; eine feine Toilette verſteht der Schwiemel zu machen und wenn man den


