Teil eines Werkes 
1. (1858) Die Geschiedene / von Max Ring
Entstehung
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wobei ſie zwei Reihen weißer Perlenzähne zeigte. So war ſie körperlich entwickelt wieder gekommen und auch ihre geiſtige Bildung nicht zurückgeblieben. Sie ſprach engliſch und franzöſiſch mit derſelben Geläufigkeit wie ihre Mutter⸗ ſprache, ſpielte Klavier mit hinreißender Virtuoſität und ſang meiſterhaft die herrlichen Lieder von Schubert mit einem dramatiſchen Ausdruck, einem Gefühl, das unwill⸗ kürlich die Seele des Zuhörers tief bewegte. Seit ihrer Rückkehr fand manche Veränderung in dem elterlichen Hauſe ſtatt. Die Mutter hielt es für nothwendig, die herangewachſene Tochter in die Geſellſchaft einzuführen, ſie vorzuſtellen, Bälle mit ihr zu beſuchen und alle die ge⸗ wöhnlichen Mittel anzuwenden, welche Mütter in ähnlichen Fällen zu gebrauchen pflegen, um ihre heirathsfähigen Töch⸗ ter an den Mann zu bringen. Es konnte nicht fehlen, daß Antonie gleich bei ihrem erſten Auftreten in den betreffen⸗ den Kreiſen durch ihre Anmuth und Schönheit das größte Aufſehn erregte. Sie bezauberte alle Welt und beſonders die Männer, welche ſich ihr näherten. Auf dem Kauf⸗ mannsballe, wo ſie debutirte, war die Erſcheinung des wunderbar ſchönen Mädchens ein vollſtändiges Ereig⸗ niß. Ein Flüſtern erhob ſich im ganzen Saal, als ſie an der Hand ihres Vaters vorüber ſchwebte, der nicht wenig ſtolz auf den Eindruck war, welchen das Töchter⸗ chen ſichtlich hervorbrachte. Selbſt die enragirten Whiſt⸗