ließ. Ein heißer Trieb nach Wahrheit und Wiſſen
vorfindet. Dort herrſcht nicht nur die phyſiſche, ſon⸗ dern auch geiſtige Blaſirtheit, oder beide gehen viel— mehr Hand in Hand.
Adolphine hatte bisher ihm ruhig und ohne Un⸗ terbrechung zugehoͤrt. Die Schaͤrfe ſeines Urtheils ſchien nicht ohne Eindruck auf ihr empfaͤngliches Ge— muͤth zu bleiben. Vor allen Dingen aber empfand ſie fuͤr den Faͤrbermeiſter ſelbſt einen Grad von Ach⸗ tung und Anerkennung, der ſich mit jedem ſeiner Worte ſteigerte. Im Anfange regte ſich wohl noch ihr Stolz gegen den Handwerker, der ſich eine ſolche Sprache ihr gegenuͤber herausnahm. Bald aber wich dieſes Gefuͤhl einem beſſeren. Ihr Ohr war noch nicht fuͤr die Stimme der Wahrheit verſchloſſen. Sie ſehnte ſich nach Erloͤſung aus einer Welt des Truges und der Verirrung. Deshalb geſtattete ſie dem Ju⸗ gendfreunde, was ſie von keinem Mann bisher gedul⸗ det hatte, eine ſcharfe und unumwundene Beurthei⸗ lung ihres Charakters und ihrer Verhaͤltniſſe. Ja, ſie forderte ihn dazu foͤrmlich auf. Es erſchien ihr neu und originell, im Angeſicht dieſer großen Natur ſeine ungeſchminkten Darlegungen zu hoͤren. Aber diesmal war es mehr als Laune, was ſie Wohlge⸗ fallen an dieſer ungewoͤhnlichen Unterhaltung finden
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