Teil eines Werkes 
Erster Theil (1855)
Entstehung
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muͤſſen ihm wenigſtens einen hervorragenden Geiſt und ungewoͤhnliche Kenntniſſe zugeſtehn. Selbſt eine univerſelle Bildung iſt ihm nicht abzuſprechen. Ich habe wenig Maͤnner kennen gelernt, die ihm gleichen. Offen geſtehe ich Ihnen meine Bewunderung fuͤr ihn ein. Grade ſein Geiſt beunruhigt mich. Dieſe Fuͤlle von Wiſſen ohne Zweck und Ziel mußte ihn nothwen⸗ diger Weiſe zur Ueberſaͤttigung fuͤhren. Ein Gedanke erſtickt bei ihm den andern, ein Paradoron jagt das naͤchſte. Sein Kopf gleicht einem verwilderten Gar⸗ ten, wo die Baͤume ſo nahe ſtehen, daß ſie ſich den Boden ſtreitig machen und gegenſeitig das Licht ver⸗ dunkeln. Keine Frucht kann da mehr gedeihn. All⸗ maͤlig tritt eine allgemeine Faͤulniß ein. Solche Na⸗ turen muͤſſen fruͤher oder ſpaͤter dem craſſeſten Aber⸗ glauben verfallen, beſonders wenn ſie ohne ſittlichen Schwerpunkt leben. Das, fuͤrchte ich, iſt der Fall mit dem Baron. Er ſucht und findet nur noch ſein Heil in dem dumpfeſten Aberglauben. Seine guten Eigen⸗ ſchaften vermehren noch die Gefahr. Mit ihnen weiß er zu blenden und durch aͤußeren Glanz und Schimmer die Bloͤßen ſeines Weſens zu bedecken. Er erſcheint mir als der ausgebildete Typus einer Men⸗ ſchenklaſſe, welche in unſerer Zeit immer haͤufiger wird, und die ſich vorzugsweiſe in den hoͤheren Staͤnden