Teil eines Werkes 
Erster Theil (1855)
Entstehung
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Blicken und Worten eine nur ihr auffallende Leiden⸗ ſchaftlichkeit gezeigt, durch die ſie compromittirt zu werden fuͤrchtete. Es lag ihr daher Alles daran, mit dem Faͤrbermeiſter noch vor deſſen bevorſtehender Abreiſe uͤber dieſe Angelegenheit zu ſprechen und von ihm Rath und Abhuͤlfe zu verlangen.

Gleich nach dem Eſſen zog ſich der Freiherr zuruͤck und forderte auch die uͤbrige Geſellſchaft auf, ihr La⸗ ger zu ſuchen, um nicht den morgigen Sonnenauf⸗ gang zu verſaͤumen. Die Freunde mußten daher, wenn auch ungern, ſich verabſchieden. Im Hoſpiz ſelbſt waren bereits alle vorhandenen Pla3ͤtze beſetzt. Nur mit Muͤhe hatten ſie noch ein Unterkommen in einer der tiefer liegenden Sennhuͤtten gefunden. Eine hoͤchſt einfache Schlafkammer, welche dicht an den Stall graͤnzte, wurde ihnen von der keineswegs allzu reinlichen und ſchoͤnen Sennerin angewieſen. Trotz ſeiner Liebe verſank der Maler uͤbermuͤdet in den tief⸗ ſten Schlummer. Der Faͤrbermeiſter konnte nicht ſo bald zur Ruhe kommen. In naͤchſter Naͤhe hoͤrte er das Bruͤllen der Kuͤhe, das Bloͤken der Kaͤlber, bald die tiefen Glocken der Rinder, bald das helle Gelaͤute der Ziegen. Es war ein hoͤlliſches Concert, das ihn kein Auge ſchließen ließ und zur Verzweiflung brachte.

Dazu kam noch die Spannung und Gereiztheit, in I. 21