Teil eines Werkes 
Erster Theil (1855)
Entstehung
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den betete ſie, ohne ſichtbar die Lippen zu bewegen, ſprachlos, innerlich zu dem ewigen Geiſt.

Der kuͤhle Abendwind, der auf dieſen Hoͤhen ſelbſt im heißen Sommer empfindlich weht, mahnte zum Aufbruch.

Komm, Apolphine! rief der beſorgte Vater. Es zieht hier oben fuͤrchterlich. Du kannſt Dich noch erkaͤlten.

Sie zogerte ſich von dem erhabenen Anblick zu trennen. Gedankenvoll ſtarrte ſie noch immer in die dunkele Ferne.

Wollen Sie nicht mitgehen? fragte der Graf. Die Abendluft iſt in der That hoͤchſt ſchaͤdlich. Die Ausſicht iſt in Nebel gehuͤllt. Ich ſchlage Ihnen des halb vor, daß wir uns auf unſer Zimmer begeben, um ein leider gewiß nur frugales Abendbrod einzu⸗ nehmen. Die Bergluft hat mir einen koloſſalen Ap⸗ petit verurſacht. Die Partie iſt herrlich, ſuperbe Gegend, nur wuͤnſchte ich auch, daß wir etwas Er⸗ traͤgliches zum Eſſen faͤnden.

Ungern nahm Adolphine den Arm des Grafen. Bei Tiſche fand ſie noch immer keine Gelegenheit, mit Georg, wie ſie es wuͤnſchte, allein zu ſprechen. Auch im Verlaufe des heutigen Tages hatte der Ma⸗ ler ihr mehrfach ſich zu naͤhern geſucht und in ſeinen