Teil eines Werkes 
Erster Theil (1855)
Entstehung
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Auf die ihr leiſe zugefluͤſterte Bemerkung ihres Be⸗ gleiters hob ſie jetzt erſt ihre großen durchdringenden Augen zu dem Fremden empor. In ihren Blicken lag weder Neugier noch Verachtung. Sie betrachtete den unwillkommenen Stoͤrer mit derſelben pruͤfenden Theilnahmloſigkeit, mit welcher ſie gewohnt war Men⸗ ſchen und Dinge anzuſehn. Haͤtte ſie der Graf auf eine ſeltſame Felſenſpitze oder Baumgruppe aufmerk⸗ ſam gemacht, ſo wuͤrde ſie dieſe mit der gleichen, faſt beleidigenden Apathie angeſtarrt haben, um alsbald in ihre fruͤhere vornehm nachlaͤſſige Stellung zu ver⸗ ſinken. Dennoch entſprang dieſe zur Schau getragene Ruhe nicht aus ihrer innerſten Natur. Der ſchaͤrfere Beobachter mußte ſie erkuͤnſtelt, widernatuͤrlich finden. In den ernſten Zuͤgen dieſes ſchoͤnen ruhig kalten An⸗ geſichts glaͤnzten zwei tiefe dunkelblaue Augen, welche zuweilen wie ein loderndes Feuer aufblitzten, zuwei⸗ len duͤſter und ſchwermuthsvoll ſich umflorten. Dieſe Augen verriethen eine Seele, ein Leben, ein Herz, das unter dem kalten Marmor verborgen groß und maͤch⸗ tig ſchlug. Dieſe Augen hatten Thraͤnen und der Fremde, deſſen Blick jetzt dem ihrigen begegnete, hatte ſie weinen geſehn. Ohne daß es Adolphine ahnte, war in jenem fluͤchtigen Moment, wo ſie ſich unbelauſcht

glaubte, eine geheimnißyolle Verbindung zwiſchen ihr 2*