Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1855)
Entstehung
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halten, Ihnen die volle Wahrheit zu ſagen. Hier am Grabe der Geopferten wollte ich wenigſtens ihrer Tochter meine Schuld geſtehn, meine Reue zeigen und aus Ihrem Munde ein Wort der Vergebung hoͤren. Adolphine! koͤnnen Sie mir im Namen der Verſtorbenen verzeihn?

Der Fuͤrſt hielt erſchoͤpft inne und blickte ſie fra gend an. Erſchuͤttert reichte ſie ihm die Hand.

Ich thue, was meine Mutter gethan haͤtte; ja, ich vergebe Ihnen von ganzem Herzen.

GCott ſegne Sie fuͤr dieſes milde Wort, rief der Fuͤrſt, indem er Adolphine an ſein Herz zog und einen vaͤterlichen Kuß auf ihre reine Stirn druͤckte.

Still war es auf dem Kirchhof, nur ein teiſes

Schluchzen wurde hoͤrbar.

Der Abendwind rauſchte durch die Baͤume und die trockenen Kraͤnze auf den Graͤbern zitterten bewegt von ſeinem Hauch. Die letzten Strahlen der ſchei⸗ denden Sonne trafen den gruͤnen Huͤgel, unter dem die Mutter ſchlief. Thraͤnen benetzten ihn, Thraͤnen der wahrſten Reue und der innigſten Liebe.