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vermeintlichen Untreue ſeiner Gattin, er duldete den ſcheinbar vertrauten Umgang und raͤchte ſich doch feig und hinterliſtig an der ſchuldloſen Frau. Mit Miß⸗ handlungen und Schmaäͤhungen uͤberhaͤuft, erdruͤckt von der Verachtung der getaͤuſchten Welt erlag Ihre ungluͤckliche Mutter unter der ihr aufgebuͤrdeten Ver⸗ pflichtung. Ich ſah ſie allmaͤlig hinwelken und beſaß doch nicht die Kraft und den Muth, ſie zu erretten. Wie oft ſtand ich auf dem Punkt, ihr den grauſam abge⸗ preßten Schwur zu erlaſſen und ihren befleckten Ruf wieder herzuſtellen. Wie oft wurde ich verſucht der Welt zuzurufen:„Knieet nieder vor dieſer Heiligen und demuͤthigt euch vor dieſer Maͤrtyrerin! Die ihr ſchmaͤht, iſt der hoͤchſten Verehrung, der Anbetung wuͤrdig und ſteht rein und hocherhaben wie ein Engel des Himmels da.“ Aber ich mußte dieſe beſſeren Anwandlungen meines Herzens immer wieder unter⸗ druͤcken. Es war ja nicht mein Geheimniß allein, das ich Preis zu geben im Begriffe ſtand. Meine wirkliche Geliebte war verheirathet, ihr Gatte haͤtte ſie getoͤdtet, wenn er von ihrer Schuld uͤberzeugt worden waͤre. Ol ich bin feig geweſen, ich habe er— baͤrmlich gehandelt, nicht um meinetwillen, ſondern fuͤr das Weib, welches ich liebte, deren Gluͤck und Ruf ich zu ſchonen hatte.


