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laͤnger ich ſie anſah und hoͤrte, deſto ſchwankender wurde ich in meinem Entſchluſſe, deſto mehr fuͤhlte ich meine Strenge dahinſchmelzen.— Zu jener Zeit grade ſtand ich in einem vertrauten Verhaͤltniſſe mit einer vornehmen Dame. Die Umſtaͤnde forderten das ſtrengſte Geheimniß. Nicht allein das Gluͤck meiner Geliebten, ſondern meine eigene Stellung hing von der Bewahrung deſſelben ab. Der leiſeſte Verdacht haͤtte uns Beide verderben muͤſſen. Schon laͤngſt war ich darauf bedacht die oͤffentliche Meinung und die Spione, welche uns von allen Seiten um⸗ gaben, durch eine, wie es mir damals ſchien, erlaubte Liſt irre zu fuͤhren. Ich wollte vor den Augen der Welt eine oͤffentliche Geliebte haben, um meine ge— heime Neigung nur um ſo tiefer zu verbergen.
— Entſetzlich! ſtoͤhnte Adolphine.
— Sie haben bereits errathen, was ich that.
Ich bot Ihrer Mutter dieſe Stellung an. Sie ſollte vor der Welt meine Geliebte ſcheinen, ohne es je zu ſein. Unter dieſer Bedingung bewilligte ich die Be⸗ gnadigung ihres Gatten.
— Und meine Mutter— wies ſie nicht empoͤrt dieſen Antrag zuruͤck? fragte Adolphine entruͤſtet.
— Anfaͤnglich weigerte ſie ſich ſtandhaft. Als ſie aber ſah, daß ihr kein anderes Mittel uͤbrig blieb,


