Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 313—

bemüht haben. Es waͤre dies eine Gnade, die ich kaum erwarten darf.

— Und dennoch iſt es ſo. Ich ſelbſt habe mich aufmachen muͤſſen, um den holden Fluͤchtling einzu⸗ holen. Wiſſen Sie auch, daß ich ernſtlich erzuͤrnt war. Dieſe Flucht, welche Sie ohne mein Vorwiſſen unter⸗ nommen, hat zunaͤchſt die ganze Badegeſellſchaft in Iſchl und ſpaͤter in der Reſidenz das groͤßte Aufſehn erregt. Ich war im hoͤchſten Grade um Sie beſorgt und aufgebracht. Alle meine angeſtellten Nachfor⸗ ſchungen indeß blieben fruchtlos, bis Ihr Brief mir Ihren gegenwäaͤrtigen Aufenthalt verrieth. Ich habe ſogleich mit Ihrem Vater eine laͤngere Conferenz ge⸗ habt, deren Reſultat ich Ihnen perſoͤnlich uͤberbrin⸗ gen wollte.

— Eure Durchlaucht beſchaͤmen mich!

— Ich werde Ihnen die noͤthigen Mittheilungen machen, aber nicht hier. Kommen Sie und folgen Sie mir zu dem Grabe Ihrer Mutter.

— Zu dem Grabe meiner Mutter? fragte Adol⸗ phine verwundert.

— Dort ſoll Ihnen Alles klar werden, was Sie bisher geguaͤlt und beaͤngſtigt hat. Fuͤhren Sie mich auf den Kirchhof.

Adolphine ſaß ſchweigend an der Seite des Fuͤr⸗