— 303—
allezeit bereit zu helfen, obgleich jetzt ſelbſt der Huͤlfe beduͤrftig.
— Ihr Vertrauen verlange ich, ſagte ſie mit feſtem Ton, waͤhrend ſie innerlich erbebte.
— Sie beſttzen es bereits.
— Aber nicht in dem Umfange, wie ich es wuͤnſche. Warum verſchweigen Sie mir Ihren Kummer? Ich weiß, daß Sie ſich in einer peinlichen Verlegenheit befinden und bin entſchloſſen, Ihnen zu helfen.
— Ich begreife nicht, ſtammelte Georg verlegen, ohne den Satz zu vollenden.
— Sie wiſſen, daß ich ein kleines Vermoͤgen be⸗ ſitze, uͤber das ich nach Gutduͤnken verfuͤgen kann. Das Geld wird hoffentlich hinreichen.
— Unmoͤglich! murmelte Georg.
— Ich dulde keine Weigerung. Sie muͤſſen die Summe von mir annehmen.
— Mein Fraͤulein! Was verlangen Sie?
— Daß Sie Ihren falſchen Stolz aufgeben, daß Sie mich als Ihre beſte Freundin, als Ihre Schweſter anſehn. Ich kenne Ihre Plaͤne, Ihre Ausſichten, Ihr feſtes Streben nach einem großen Ziel. Wollen Sie das Alles fahren laſſen um elender Ruͤckſichten willen? Nimmermehr! Ich halte Sie fuͤr keinen ge⸗ woͤhnlichen Menſchen, darum dulde ich keine Weigerung.


