—d 302 8—
Vornehmen abhalten zu laſſen. Eine gewiſſe Scheu machte ſie ſelbſt der geliebten Großmutter gegenuͤber verſchloſſen. Sie bewahrte ihr Geheimniß vor aller Welt.
Es war kurz vor dem Termin, wo Georg die Summe zaͤhlen oder ſeine Faͤrberei verkauft werden ſollte. Alle ſeine Bemuͤhungen das noͤthige Geld auf⸗ zutreiben blieben bisher fruchtlos. Dennoch hatte er nicht den Muth verloren. Er brachte den Abend wie gewoͤhnlich in der Saͤgemuͤhle zu und bemuͤhte ſich ſo viel als moͤglich heiter zu ſcheinen. Adolphine be⸗ wunderte den ruhigen Heroismus, mit dem er ſeine traurige Lage ertrug. Kein Wort, keine Miene ver⸗ rieth, was er duldete. Als er aufbrach, entfernte auch ſie ſich ungeſehn. Er ging allein den bekannten Weg voll truͤber Gedanken.
Ploͤtzlich fuͤhlte er eine leichte Hand auf ſeinen Schultern. Sie war ihm ſo leiſe nachgekommen, daß er ſie nicht fruͤher bemerkte, bevor ſie vor ihm ſtand.
— Sie hier? fragte er uͤberraſcht.
— Ich habe Sie aufgeſucht, um mit Ihnen un⸗ geſtoͤrt zu ſprechen, verſetzte ſie mit einem Erroͤthen, das die dunkle Nacht ſeinen Blicken verbarg.
— Und was wuͤnſchen Sie? forſchte er geſpannt,


