Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1855)
Entstehung
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— d 28—

— Ich danke Dir, entgegnete Ferdinand. Doch ich finde einen andern Plan. Laͤngſt habe ich mich nach Italien geſehnt. Venedig liegt in der Naͤhe mit ſeinen Kunſtſchaͤtzen und ſeiner erhabenen Ver— gangenheit. Ich ſchreibe nur noch nach der Haupt⸗ ſtadt um einige Empfehlungsbriefe, die in wenig Tagen ankommen werden, und dann will ich mich nach der Lagunenſtadt begeben. Dort finde ich vielleicht, was ich bedarf, Ruhe fuͤr mein Herz und Begeiſte⸗ rung fuͤr meine Kunſt.

— Ich will Dich nicht zwingen, mir zu folgen, obgleich es mir lieber geweſen waͤre, wenn Du mit mir gegangen. Glaube mir, je ſchneller Du hier fortkommſt, deſto beſſer fuͤr Dich. Du wuͤrdeſt gewiß bei den Meinigen eine herzliche Aufnahme finden.

Damit endete das Geſpraͤch. Georg unterließ es, dem Freunde ferner zuzureden. Er war ſchon damit zufrieden, daß dieſer ihm das feſte Verſprechen gab, Adolphinen nicht wieder zu ſehn und Hallſtadt ſo bald als moͤglich zu verlaſſen. Vollkommen beruhigt und ausgeſoͤhnt nahm er von dem Maler Abſchied. Vor der Abreiſe draͤngte dieſer ihm das Bild als ein Andenken auf.

— Nimm es, ſagte er dabei ſchon ruhiger, und verwahre es. Ich kann es doch nicht behalten.