Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1855)
Entstehung
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wieder jenem wunderbaren Gemiſch von Uebertreibung und Gefuͤhlsſchwaͤrmerei, von Verzagtheit und Toll⸗ heit, welche den ſchwachen Charakteren eigen zu ſein pflegt. Auch hier erblickte Georg nur ein Symptom der Zeit, welche keine Empfindung in ihrer urſpruͤng⸗ lichen Reinheit mehr zulaͤßt, ſondern mit einer luͤgen⸗ haften Zuthat verſetzt. Alles ſchien ihm nur halb, und die Graͤnzen zwiſchen Wahrheit und luͤgneriſchem Selbſtbetrug verruͤckt. Nirgends fand er das reine Gold des Herzens, uͤberall war es mit unedlerem Metalle innig verbunden. Selbſt der Schmerz des Freundes glich nur zu ſehr einem Schauſpiel und Georg fuͤhlte, daß der Maler bemitleidet ſein wollte.

Ferdinand ſchien indeß keineswegs vollſtaͤndig be⸗ ruhigt. Sein Leiden hatte nur die Maske gewechſelt und nahm jetzt die Geſtalt ſchwachmuͤthiger Reue an. Mit zaͤrtlicher Heftigkeit warf er ſich an die Bruſt des Faͤrbermeiſters und bat dieſen wegen ſeiner thoͤ⸗ richten Reden mit ruͤhrenden Worten um Verzeihung.

— Vergieb mir, Georgl ſchluchzte er noch immer weinend. Der Schmerz hat mich uͤbermannt. Ich nehme meine thoͤrichten Beſchuldigungen gegen Dich zuruͤck. Du bleibſt doch mein Freund und wirſt mich nicht verlaſſen.

— Daruͤber kannſt Du ruhig ſein, verſetzte Georg