Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1855)
Entstehung
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ihre falſchen, heuchleriſchen Zuͤge, denen ich Glauben geſchenkt und die mich betrogen haben. Ich muß ſie zerſtoͤren, wie ich jede Erinnerung an Sie aus meinem Gedaͤchtniß fuͤr immer banne. Eine Luͤgnerin iſt die Natur, eine ſchaͤndliche Luͤgnerin. Sie gab dieſem Weibe Alles, nur nicht ein Herz. Kann man in dieſe ſchoͤnen Augen blicken, dieſe holden Zuͤge be trachten, ohne eine Seele zu vermuthen? Es iſt nicht wahr, Alles Trug und Taͤuſchung. Auch die Schlange ſchillert in ihrer bunten Haut und verlockt den armen Wanderer, den ſie um ſo ſicherer mit giftigem Zahn verwundet. Fort mit der Schlange, fort mit ihr! Noch einmal machte der Maler einen Verſuch, nachdem er dieſe Tiraden beendet, um ſich von Georg loszureißen und ſeinen unſinnigen Beſchluß auszufuͤhren. Indeß der Faͤrbermeiſter hielt ihn noch⸗ mals mit Gewalt zuruͤck und hinderte ſomit die Zer⸗ ſtoͤrung des ſchoͤnen, wohlgelungenen Bildniſſes. Nach dieſem letzten Ausbruch einer ungeſtuͤmen Verzweiflung verſank der Raſende in ein dumpfes Bruͤten, welches bald mit einer ſentimentalen Ruͤh⸗ rung wechſelte. Ein Thraͤnenſtrom folgte nach und beſchloß dieſen fuͤr Georg peinlichen Auftritt. Der Faͤrbermeiſter haͤtte ſicher mit jedem wahren Schmerze Mitleid empfunden. In Ferdinand begegnete er aber