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los wie Du glaubſt. Ich halte ſie nur fuͤr ungluͤck— lich. Wenn ſie gegen Dich gefehlt, ſo geſchah es gewiß nicht mit Abſicht. Sobald ſie Deine Neigung bemerkt hat, wandte ſie ſich an mich, als Deinen Freund, Deinen Bruder. Ich finde ihr Benehmen eben ſo ſchonend als ehrenwerth und aufrichtig.
— Schoͤn! vertheidige nur die Verraͤtherin. Doch darf ich mich daruͤber wundern? Sie hat Dich wie mich beſtrickt und ſie wird Dich wie mich betruͤgen. Denkſt Du, daß ich blind bin, daß ich Deine gluͤ⸗ hende Liebe fuͤr ſie nicht bemerkt habe? Ha, ha! der Philoſoph hat Feuer gefangen, der kalte Denker iſt ein gluͤhender Liebhaber geworden.
Der Maler ſtieß bei dieſen Worten ein hoͤhniſches Gelaͤchter aus, vor dem es dem ruhigen Freunde graute.
— Ferdinand! Du biſt wirklich kindiſch. Darf ich ein Weib, das Du ungerecht anklagſt, nicht ver⸗ theidigen, ohne mich einem unwuͤrdigen Verdacht in Deinen Augen auszuſetzen? Aber ſo warſt Du ſtets, ſo ſind die meiſten Menſchen. Statt ſeine eigene Schuld zu erkennen, buͤrdet man ſein Vergehen den Andern auf. Was hat Apolphine verbrochen, daß Du ſie anſchuldigſt und ſie mit Vorwuͤrfen uͤber⸗ haͤufſt? Sie hat ſich Dir gegenuͤber nur freundlich


