wurde. Im Voruͤbergehn trat ſie in die Faͤrberei.
An dem großen Keſſel ſtand der Geſelle Karl, den wir bereits fluͤchtig kennen, und beobachtete aufmerk— ſam die Miſchung von aufgeloͤſtem Indigo, in welcher eine anſehnliche Maſſe von Leinwand und Wollen— ſtoffen lag. Unter dem Keſſel gluͤhte das Feuer und die aufſteigenden Daͤmpfe erfuͤllten den weiten Raum mit einem faſt undurchdringlichen Nebel. Trotz der herrſchenden Daͤmmerung konnte Ernſtine nicht unbe⸗ merkt vorbeiſchluͤpfen. Der fleißige Geſelle hatte ſie geſehn und naͤherte ſich der Schweſter ſeines Brod⸗ herrn mit einem freundlichen Gruß, den ſie ebenſo erwiederte.
— Hat der Meiſter geſchrieben? fragte Karl.
— Heute fruͤh haben wir einen Brief von ihm erhalten, dem er ſelbſt auf dem Fuße folgt. Ich will ſeine Zimmer in Ordnung bringen, ehe er kommt, und zum Gruß noch ſchnell eine Guirlande binden.
— Kann ich Ihnen dabei helfen?
— Das waͤr' mir ſchon Recht, wenn Sie nur nichts verſaͤumen.
— Eigentlich habe ich nichts mehr zu thun, die Farbe kocht. Der Lehrburſch kann aufpaſſen und von Zeit zu Zeit ſeh' ich dann ſelber nach.
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