249
„Ich kann kein ſolches Verſprechen geben— ich habe keine Vollmacht— aber, Prance, habt Ihr kein Gewiſſen?“
„Ob ich ein Gewiſſen habe? Oh, Meiſter Mer⸗ vyn, was ſonſt hält mich in dieſer beſtändigen, innern Hölle feſt?— Aber ich habe auch einen Hals,“ ſetzte er mit einem geſpenſtiſchen Grinſen hinzu, und ich will nicht erwürgt werden, wie ein toller Hund.“
„Macht Euch um den Hof verdient und ich hoffe, ich kann Euch Begnadigung auswirken und auch Be⸗ lohnung,“ ſagte Mervyn.
„Aber— wenn— wenn ich die Sachen erzähle, wie ſie mir vorkommen, ſo muß ich den Herzog von York anklagen!“ rief Prance halb begierig, halb zö⸗ gernd.„Kommt, kommt, ich weiß, Ihr ſeid des Her⸗ zogs Page von der dunkeln Treppe— gebt mir einen Troſt,— o thut's!“
„Klagt Niemand an,“ ſagte Mervyn mit einem gewiſſermaßen jeſuitiſchen Stillſchweigen über dieſen wichtigen Punkt,„verneint nur, daß Ihr etwas von der Sache wißt.“
„Aber, wie kann ich leugnen, daß ich gegenwär⸗ tig war am Waſſerthor in jener fürchterlichen Nacht — auf Befehl des Herzogs von York?“ ſtöhnte der arme Prance.„Bedlow klagt mich deſſen thatſäch⸗ lich an.“
„Der Mörder!“ rief Mervyn aus.„Könnt Ihr nicht anführen— ſeid Ihr nicht Schließer von jenen Zimmern? Könnte Euch nicht Eure Pficcht dahin ge⸗ rufen haben?“
„Um zwei Uhr des Morgens?“ ſagte Prance und ſchüttelte traurig ſeinen kahlen Kopf.„Zwar, wenn Ihr, Herr Meroyn—“
„Ich will für Euch zeugen— ich habe meine Be⸗ gnadigung vom König in der Taſche,“ ſagte Mervyn. „Die Wahrheit wird einmal an's Tageslicht kommen
—


