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rich VIII. ſich in Anna Boleyn verliebte. Die Felder und Pfeiler des Täfelwerks waren von ſchwarzem Ei⸗ chenholz, gar künſtlich und reich in gothiſchem Style ausgemeißelt und geſchnitzt. Die Wände waren mit Tapeten behangen, worein bibliſche Gegenſtände mit einer Kraft und Schönheit gewirkt waren, die den Muſter⸗Kartons der flammändiſchen Meiſter beinahe gleichkamen. Die Wappenbilder des Cardinals flamm⸗ ten noch jetzt von den Scheiben der tiefen gothiſchen Fenſter und warfen einen Regenbogenſchein auf die Steine des gewürfelten Fußbodens. Die gewölbte Decke beſtand aus ſo reichem und mannigfaltig ge⸗ formten Schnitzwerk, daß das Auge durch ſeine Schön⸗ heit und kunſtreiche Verſchlingung überraſcht wurde, und die phantaſiereiche Laune Karls I. hatte beinahe jeden fußbreit Oberfläche mit allegoriſchen Gemälden von ſeinen Lieblingskünſtlern angefüllt.
Das Hausgeräthe, obgleich etwas gebraucht und abgenützt, entſprach in ſeiner mönchiſchen Pracht den Umgebungen. Die Schenktiſche, von denen des Kar⸗ dinals Pagen ſeinen auserleſenen Gäſten Wein und würzige Leckerbiſſen zu vertheilen pflegten, waren mit reichem Silbergeräthe bedeckt; die Seſſel waren von geſchnitztem Ebenholz und vergoldet, und die Decken der Tiſche und die Vorhänge von violettem Sammt, geſtickt in farbigem Golde mit den vermengten Roſen und Lilien des übermüthigen Heinrichs.
Der neueſte und geſchmackvollſte Theil des Zim⸗ mers war der, in welchem ſich der Hof gewöhnlich um den Monarchen verſammelte. Er lag nur einige Stufen höher als die Halle, und bildete an und für ſich ein großes Rundgemach, reich mit purpurrothem Sammt behangen. Ein großes Feuer von Cedernholz brannte in einem trefflich gearbeiteten Kaminroſte von vergoldeter Bronze und, mit dem Rücken einem gro⸗ ßen gemalten Fenſter zugewendet, ſaßen in einer Art
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