Teil eines Werkes 
4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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bemerkte kaum, daß er durch eine Reihe von prächti⸗ gen, aber klöſterlich ausſehenden Gemächern geführt wurde, und darauf durch einen geräumigen Corridor oder eigentlich eine Gallerie, mit reichem Schnitzwerk vertäfelt und mit herrlichen Meiſterwerken der italie⸗ niſchen und flammändiſchen Schule behangen. Sie gelangten zuletzt, er wußte nicht wie, in einen großen Vorſaal, in welchem Gruppen von prächtig gekleideten Höflingen ſich mit verſchiedenen Spielen unterhielten, oder mit einer Schnelligkeit und einem heftigen Ge⸗ berdenſpiel ſprachen, welche das große Intereſſe, das ſie an den verhandelten Gegenſtänden nahmen, beur⸗ kundeten. Die Sprechenden brachen jedoch alle ab, ſobald Blood und ſein Gefährte erſchien und ſtarrten ſie wie gefeſſelte wilde Thiere an.

Blvod ertrug dieß mit Ungeduld und ſein wildes Auge ſchien die Gruppen höhniſch zu überblicken, und dann wandte er ſich ab. Der Lieutenant ging indeſſen voraus und verſchwand in ein anderes Gemach, wäh⸗

rend er die Gefangenen, von ihrer Wache umringt,

zurückließ. Einige Augenblicke verſtrichen und eine ſehr reich gekleidete Perſon, die einen goldenen Kämmer⸗ lingsſchlüſſel am Finger ſpielen ließ, öffnete die Thüre des Audienzzimmers und rief aus:„Führt die Ge⸗ fangenen vor!“ Der Befehl wurde ſogleich ausge⸗ führt, und Mervyn fand ſich in der Gegenwart des luſtigen Monarchen— aber unter wie ganz andern Umſtänden als damals, da er ihn zuerſt in ſeiner jo⸗ vialen Behaglichkeit in Whitefriars geſehen hatte. Das Audienzzimmer der alten Whitehall war von großem Umfange, angemeſſen der Prachtliebe ihres Stifters, des Cardinal Wolſey, der es einem Könige gleich that, ehe die üppige Blüthe ſeines Glückes ver⸗ welkte. Es ſchien, als ob das Gemach wenig Scha⸗ den oder Veränderung erlitten hätte, während der anderthalbhundert Jahre, die verfloſſen waren, ſeit Wolſey hier das große Feſt gab, auf welchem Hein⸗