Teil eines Werkes 
4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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hörte das Raſſeln der Waffen, als die Schildwache aufgeführt wurde und dann war Alles ſtill.

Einige Minuten tiefen Stillſchweigens ſolgten. Blood richtete ſich ſodann auf ſeinen Ellbogen auf, denn er hatte ſich aus Müdigkeit niedergelegt und blickte um ſich, ſo weit es die Dunkelheit des Gemaches zu⸗ ließ. Er ſah Mervyn mit kreuzweiſe an die Hände gefeſſelten Beinen daſitzen, ſein Geſicht ſo bleich wie der Tod, mit Ausnahme ſeiner eingeſunkenen Augen, welche blauroth und aufgerieben waren. Aber es ſchien, als ob er keine Thränen vergießen könne; Blood ſchaute ihn lange und feſt an, konnte aber ſein Auge nicht auf ſich ziehen.

„Muth, mein Kind!“ ſagte er zuletzt.„So lange noch Leben da iſt, iſt auch Hoffnung da; und ich hoffe noch, Dich und mich zu retten. Du weißt nicht, Kind, was ich weiß.“

„Lügt Ihr noch immer fort?“ entgegnete Mervyn mit bitterer Ruhe.„Aber es iſt eben ſo gut als Wahr⸗ heit— keines von beiden kann uns tiefer hinunter⸗ ſtoßen, als wir bereits verdammt ſind.“

„Sprich nicht ſo verzweifelt, Knabe,“ ſagte Blood ernſt.„Ich ſage Dir, ich weiß einen Spruch, womit fich ſelbſt der Dämon Tod bezaubern läßt, den Du ſo ſehr fürchteſt.“

„Da lügſt Du wieder, Vater! ich fürchte ihn nicht,“ rief Mervyn, mit augenſcheinlicher Heftigkeit.„Das Leben iſt es, ein erbärmliches, entehrtes, ſchmachvolles Leben, was ich fürchte. O, daß ich einen Dolch hätte! Du ſollteſt ſehen, wie lange ich in dieſer Wolfshöhle verweilen würde, welche die Menſchen Erde nennen!

„Knabe, mein Stoß war nicht auf Dich gezielt,“ ſagte Blood ſehr bewegt. Und die That ſelbſt war allein zu Deinem Beſten unternommen.“

„Um meinetwillen!— ich ſtehe dafür, aus einem plötzlichen Anfalle von Großmuth. Nein, mein guter Vater, das Stück war zum Verſchimmeln alt— aus⸗