Nun, was macht denn dieſes Haus nicht geheuer? Geiſt oder Teufel?“ ſagte Oates..
„Man ſagt,“ antwortete Blood,„daß ein alter Geizhals, der letzte Beſitzer dieſes Edelſitzes, darinnen von ſeinem leiblichen einzigen Sohn, einem verſchwen⸗ deriſchen Elenden, ermordet wurde, um des alten Man⸗ nes Gold zu erhalten.“
„Ach! daß ein Menſch ſich ſein ganzes Leben ab⸗ mühen kann, nur um ſein eigenes Verderben zu be⸗ ſchleunigen,“ rief Mervyn ſchaudernd aus.
„Du wirſt dieſe Bemerkung mehr allgemein ſtel⸗ len, wenn Du älter wirſt,“ verſetzte der Oberſt. Uebrigens verbreitet dieſe Sage einen heilſamen Schre⸗ cken um meine Wohnung her und verſchafft mir eine Einſamkeit, gegen welche die arabiſchen Wüſten volk⸗ reich ſind. Aber jetzt muß ich als Lootſen auftreten, dei zur Flutzeit erfordert es einige Geſchicklichkeit, zu anden.“
Der Oberſt nahm ſeinen Platz am Steuer, gebot den Leuten, ihre Ruder ſachte gehen zu laſſen und trieb nun mit großer Gewandtheit quer durch das Waſſer, obgleich die Flut hoch an die Seiten des Boots auf⸗ ſtieg. Da ſie ſich dem Ufer näherten, wurden die lum⸗ pigen Straßen und elenden Wohnungen von Alſatia erkennbar; aber Mervyns Aufmerkſamkeit war blos auf die geheimnißvolle Stätte gerichtet, die er allem Anſcheine nach als ſeine Heimath anzuſehen hatte. Sie ſteuerten unter dem zerfallenen Balkon einem finſtern, im Erdgeſchoße angebrachten Bogengange zu, der ſich in eine Steintreppe endigte, die zu einem maſſiven Thor mit eiſernen Querſtangen und Riegeln hinauf⸗ führte. Blood machte ihnen bemerklich, daß der Bo⸗ gengang zur Flutzeit immer hinlänglich Waſſer habe, um kleine Fahrzeuge bis zur Treppe zuzulaſſen, daß aber zur Zeit der Ebbe Niemand hineinkommen könne, ohne bis zum Halſe im Moraſt zu waden. Während er dieß ſagte, ſchoßen ſie ſchnell unter dem Bogen hin,


