könnte mich zwingen, dieſe Maſchine gegen Euch zu gebrauchen.“ „Wohl, was braucht Ihr, Herr?“ ſagte die Gräfin
mit derſelben ruhigen Stimme der Verzweiflung.„Koſte
es, was es wolle, ich muß das Schreckliche, Geſchehene vor Howard zu verbergen ſuchen; ich könnte es nicht ertragen, das einzige Herz zu verlieren, das mich noch liebt.“
„Fünfhundert Guineen werden Euch auf immer von meiner Zudringlichkeit befreien,“ erwiederte Blood.
„Fünfhundert Guineen! Wohl, es iſt nur Gold,“ rief die Lady.„Und doch bettelte Howard gerade vorhin vergeblich um eine geringere Summe. Aber willſt Du mir ſchwören(denn ich habe Dich Deinem Eide treu erfunden in Gefahren, welche die Treue ehr⸗ licherer Männer zerſchmettert haben würden)— willſt Du mir ſchwören, mir niemals mehr in dieſer Hinſicht beſchwerlich zu fallen.“
Blood ſprach eine Betheuerung aus, vor der ſelbſt Lady Howard zuſammenſchauderte. Sie zog ſodann ihren Seſſel zu dem Tiſche, auf welchem ein ſilbernes Schreibzeug ſtand und begann zu ſchreiben, während Blood fortfuhr auf ihr ſchönes Angeſicht zu ſchauen, das, obgleich von heftigen Leidenſchaften glühend, den⸗ noch unbeſchreiblich lieblich war. Plötzlich hielt ſie jedoch inne und ſchien in Nachdenken verloren; dann hob ſie ihre Augen auf gegen die ſeinigen und mit einem Ausdruck, ſoviel ſagend, daß es keiner erklärender Worte bedurfte, murmelte ſie in einer hohlen, geiſterähnlichen Stimme:„Verſtehe mich, ohne Rede! Wollteſt Du für das Doppelte, das Dreifache dieſer Summe— mich von dieſer Sorge— für immer befreien?“
Da Blood bei dieſen Worten ſie erſtaunt anſtarrte, errieth ſie die Meinung ſeiner Blicke und fuhr fort— „nein, nicht— verhüte das der Himmel!“ ſagte die Gräfin haſtig und fiel auf's Neue in Todtenbläſſe. „Aber es gibt andere Mittel— die Pflanzungen! Oh,


