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Blood, Ihr wißt nicht, auf welchen Grad des Wahn⸗ ſinns ich getrieben bin! Und, es iſt zu ſpät, zu be⸗ reuen— zu ſpät!— Wie wenn dieſer Knabe beſtimmt wäre zum Rächer von ſeines Vaters... ℳ
„Selbſtmord?“ füllte Blood gelaſſen die Pauſe aus.„Aber nein, es iſt unmöglich. Er weiß nichts von ſeiner Geburt, vermuthet nichts. Seid künftig ſeinetwegen außer Sorgen; er ſoll Euch nie auch nur im Traume beleidigen. Von jetzt an ſind Euere Un⸗ ruhen wegen uns Beiden vorüber— und ich küſſe Eure ſchöne Hand auf meinen Eid.“
Mit dieſen Worten führte der Oberſt galant ihre Hand an ſeine Lippen und da er ſie mit etwas irlän⸗ diſcher Wärme drückte, zog ſie dieſelbe mit ſichtlichem Mißvergnügen in dem dunkeln Blitze ihres Auges zu⸗ rück. Er ſtellte ſich an, als ob er dieß nicht bemerkte, ſondern überlas ruhig das Geſchriebene, murmelte, daß er Gold vorgezogen hätte, verbeugte ſich auf der Lady- ungeduldiges Zeichen und that einige Schritte, wie zum Fortgehen zurück. Er kehrte jedoch ſo plötzlich um, daß die Gräfin zuſammenfuhr.
„Ihr ſeid beſorgt, Madame,“ ſagte er, in einem tiefen, warnenden Tone.„Aber haltet mir Euer Ver⸗ ſprechen, dann habt Ihr keine Urſache. Trachtet dieſem verwaisten Knaben nicht nach dem Leben, denn ſobald Ihr es thut, weiß ich, daß auch das Meinige bedroht iſt. So lange ſeine Perſon unverletzt bleibt, werde ich niemals ohne Eure Erlaubniß dieſe Schwelle über⸗ ſchreiten; aber von demſelben Augenblicke, da ein Ver⸗ ſuch gegen ihn gemacht wird, werde ich Euch nachſetzen, Euch ängſtigen, mich ganz auf Euch loslaſſen! darnach richtet Euch.“
So ſagend, ging er in das Vorzimmer hinaus, winkte Mervyn, ihm zu folgen und ging, von ſeinem jungen Opfer begleitet, auf die Straße. 3


