Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

247

in Duvals Mantel fanden, behielt ich doch gewiſſe Pa⸗ piere für meinen eigenen Gebrauch zurück.

Schurke! aber das iſt Alles Erfindung Deines falſchen Herzens! rief die Gräfin leidenſchaftlich.

Nun denn, Ihr ſollt nicht länger zweifeln; Ihr ſollt ihn ſehen, ſagte Blood.Komm hieher, Ichabod!

Haltet einen Augenblick, Blood, einen Augenblick! rief die Gräfin, indem ſie völlig weiß wurde.Iſt er iſt er ihm ähnlich?

Dem verſtorbenen Earl urtheilt ſelbſt, er⸗ wiederte der Oberſt.Ichabod!

Mervyn kam hinter der ſpaniſchen Wand hervor und näherte ſich mit der, einem in der Welt ſo uner⸗ fahrenen Menſchen, natürlichen, zögernden Schüchtern⸗ heit, wobei ein tiefes Erröthen ſein Geſicht überzog. Die Gräfin nahm ſich mit großer Anſtrengung zuſam⸗ men und obgleich ſie noch immer todtenbleich ausſah,

waren ihre Augen auf ihn mit einer verwirrten Ge⸗

ſpanntheit geheftet, die ſeine Verlegenheit noch vermehrte. Welche Gedanken drängten ſich durch ihren Geiſt! welches Gewirre von Erinnerungen! welche grelle Gegenſätze zwiſchen dem, was war und dem, was hüätte ſein können, da Mervyn, ihr verläugnetes und enterbtes einziges Kind, vor ihr ſtand! Selbſt Blood wurde über dieſen langen, ſtarren Forſchblick unruhig, aber er war ein zu vollkommener Meiſter in der Verſtellung, um eine Bewegung zu verrathen.

Madame, ſagte er nach einer augenblicklichen Pauſe,hier iſt der junge Waiſe, von dem ich ſprach.

Komm, mein guter Junge, ſagte die Gräfin eilfertig,komm hieher zum Licht.

Was fehlt Euch, Madame? ſagte Blood; denn als das Licht des hohen Fenſters auf Mervyns Geſicht fiel, entfuhr der Gräfin ein lauter Ausruf der Ueber⸗ raſchung.

Nichts, nichts! ſagte die Lady, indem ſie ſchau⸗ dernd ihre Augen ſchloß.Blood, ſeid Ihr ein Menſch