Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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rief die Gräfin, indem ſie bleich wurde.Der Erbe von Aumerle ertrank verbrannte erſtickte unter Feuer und Waſſer zugleich! Ihr ſelbſt, Ungeheuer! gabt mir dieſe Verſicherung, mit all den Eiden, die den Teufel ſelbſt zur Wahrheit binden könnten.

Und ſo dachte ich auch damals ſelbſt, Lady, ſagte der Oberſt gelaſſen.Aber ich betrog mich. Es war eine alte und gute Maxime des Kardinals Riche⸗ lieu, niemals ſeinen Feind Tod zu glauben, bis er ſeinen Leichnam geſehen hatte. Wer hat jemals den Körper des jungen Reginald gefunden? Nein, Lady ich warne Euch. Die Wellen und das Feuer haben ihre Beute wieder ausgeſpieen, und in der Sprache der Frommen kann er vielleicht als Bluträcher er⸗ ſcheinen!

Mir däucht, das wäre kein großer Vortheil für Euch, Oberſt, ſagte Lady Howard mit einem krampf⸗ haften Lächeln.

Und noch weniger für Euch, Madame, denn Ihr habt mehr zu verlieren, antwortete Blood.Und gewiß iſt die Hand, welche das Meſſer ſchleift, ebenſo ſchuldig, als die, welche den Stoß damit thut.

Ich bin an dieſe Sprache zu ſehr aus Eurem Munde gewöhnt, um fie zu rügen, ſagte die Gräfin. Aber wer, laßt mich das wiſſen, Herr Blood, wer würde auf eine ſolche Anklage von einer ſolchen Zunge hören? Ihr ſagt, der Erbe von Aumerle lebt! Laßt uns dieſen Erben ſehen, wo iſt er?

Sprecht leiſe, Madame, oder er hört Euch, ſagte Blood gelaſſen.Er iſt hier, in dieſem Hauſe, in dieſer Halle ſeiner Väter als ein Fremdling! Was wollt Ihr damit ſagen, verwegener Mann! rief Lady Howard, indem ihr ein Krampf durch alle Glieder zuckte.

Erſchreckt nicht, Lady, ſagte Blood;bis jetzt weiß er noch nichts von ſeiner Geburt und von den Ereigniſſen, die ihn zu einem elenden Findling gemacht