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dung mir nur wenig für meine eigenen dringenden Be⸗ dürfniſſe und die Beſtreitung dieſes großen Haushaltes übrig läßt. Ich kann nicht den Aufwand aller tollen Wüſtlinge Londons bezahlen. Ich denke, Herr Blood, das Nächſte wird ſein, daß Ihr mir befehlt, vor dem Parlament in Eurer berüchtigten Sache mit des Her⸗ zogs Gnaden für Euch Bürgſchaft zu leiſten 2,
„Ich ſollte denken, daß meine Dienſte ſogar auf dieſe Belohnung Anſpruch machen dürften, Madam,“ erwiederte der Oberſt entſchloſſen.„Wer hat Euch das Glück und die Freiheit Eures gegenwärtigen Lebens verſchafft?— Dieſen herrlichen Pallaſt, das unermeß⸗ liche Einkommen— den Mann, den Ihr liebt? Wo würdet Ihr nun ſein, wäre nicht eine kühne Hand und ein unverzagtes Herz Euch zu Hülfe gekommen?— Kurz, Lady, ich muß Geld haben und Ihr könnt es aus Dankbarkeit— Ihr dürft es aus Klugheit— mir nicht abſchlagen! Was ich brauche, iſt eine bloße Kleinigkeit, um einen alten Freund vom Verhungern, abſoluten Verhungern zu ſchützen.“
„Wie, zwei Kupfermünzen täglich könnten das thun,“ erwiederte die Dame mit Bitterkeit.„Aber ich kenne Euch zu gut, Blood, um zu denken, daß Ihr Eure Bedürfniſſe auf die Bitte eines Einſiedlers beſchränkt. Ihr ſeid ein Mann von Geiſt und Leidenſchaft, führt ein fröhliches Leben, habt Eure vornehmen Intriguen. Aber, Herr, ich ſage Euch, ich will nicht länger die Sklavin von Euren Drohungen ſein. Thut Euer Schlimm⸗ ſtes!— Was könnt Ihr thun?“—
„Was ich thun kann?“ wiederholte Blood mit finſterem Lächeln.„Ich will Euch antworten, Lady. Ich kann mit einem Hauch, mit einem Worte Euch von Reichthum, Herrlichkeit, Ehre und Liebe ſtürzen— in Armuth, Schande und Abſcheu! Der Erbe von Au⸗ merle— der rechtmäßige Erbe lebt und es ſteht in meiner Gewalt, ihn in alle ſeine Rechte einzuſetzen.“ „Du lügſt, unnatürlicher Schurke, Du lügſt!“
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