Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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mer und ausgezeichnet durch einen Ausdruck von dü⸗ ſterem Stolze.

Der Page kam zurück mit dem Auftrage, daß Lady Howard wünſche, Meiſter Iſak möchte ſogleich mit ſeiner Arznei aus dem Morgenlande, die er als ſo vortrefflich für den Schlaf anprieſe, zu ihr kommen. Indem er Mervyn mit dem Packe zurückbleiben hieß, ſchlich Blood mit ſchwächlichem Schritte vorwärts und ließ den Jüngling auf ſeinem entfernten Platze hinter dem Vorſchirme zurück.

Zuerſt verſtellte ſich Blood mit dem langſamen Gange und dem ſeinem angenommenen Alter zukom⸗ menden gebeugten Rücken durch das Zimmer hinanzu⸗ gehen; aber ſobald er außer dem Bereich fremder Ohren war, nahm er plötzlich ſeinen kecken Schritt wie⸗ der an und näherte ſich der Lady, ohne irgend eine der Ehrfurchtsbezeugungen, welche ihr Rang zu erheiſchen ſchien. Es war, als ob ſie dieß bemerkte, denn ſie winkte ihm ungeduldig mit der Hand zurück und ſagte: Freund Iſak, mir däucht, wenn wir beobachtet wer⸗ den, biſt Du nahe genug für Dein angenommenes Amt. Bitte, was iſt das für ein neues Geheimniß? Was für ein Heilkraut hat Deine unheilvolle Hand geſammelt, um Balſam auf ein blutendes Gewiſſen zu legen?

Ich komme, Madam, erwiederte der angebliche Jude, mir von Eurer Großmuth eine kleine Unterſtü⸗ tzung zu erbitten, um für eine kurze Zeit die Fang⸗ zähne des Hungers, die nach mir ſchnappen, abzu⸗ wehren.

Ich habe Euch bereits geſagt, Herr Blood, Ihr habt ſowohl mein Mitleid erſchöpft, als auch die Mit⸗ tel, demſelben nachzukommen, erwiederte die Lady. Ihr wißt ſelber wohl, ob ich den den Dienſt den mich mein ſchreckliches Unglück von Eurer Hand zu fordern nöthigte, bezahlt habe oder nicht; und Ihr wißt nur zu wohl, daß Mylord Howards Verſchwen⸗

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