Teil eines Werkes 
1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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Portiers mit geſtickten Kleidern öffneten das Thor und in der Vorhalle zeigte ſich eine Menge von Dienſtboten mit Glücksſpielen oder muſikaliſchen Inſtrumenten beſchäf⸗ tigt, wie es ſchien, blos zu ihrer eigenen Unterhaltung. Mervyn war überraſcht, zu ſehen, wie leicht ſie in die⸗ ſem Palaſt den Zutritt erhielten, indem Blood blos einige cabbaliſtiſche Worte dem Pförtner zuflüſterte, als ſie in die Halle traten. Ein leichtfüßiger Page ſchoß augenblicklich fort, ſie anzumelden und ſie folgten ſchweigend durch eine Reihe von alterthümlichen, aber prächtigen Gemächern nach. Endlich hielten ſie vor dem Eingange zu einem Gemache, der von einer gro⸗ ßen vergoldeten, ſpaniſchen Schirmwand verdeckt wurde, wo der Page ihnen winkte, auf ſeine Zurückkunft zu warten.

Blood vertrieb ſich die Zwiſchenzeit damit, durch die Spalten der Vorwand zu blicken, welchem Beiſpiele auch Mervyn folgte. Er ſah ein Zimmer von großem Umfange, deſſen Wände von dunklem Eichenholz zier⸗ lich geſchnitzt und von geräumigen Vertiefungen für gemalte Fenſter unterbrochen waren. Am jenſeitigen Ende ſtand ein gleichfalls reich mit Schnitzwerk ver⸗ ſehenes Kamin vor, worin ein helles Feuer in einem ſilbernen Gitterroſte brannte, deſſen gegoſſene Verzie⸗ rung einen Drachen vorſtellte; daneben ſaß, in einem großen ſammtnen Lehnſtuhle, eine Dame, an der Stick⸗ rahme beſchäftigt. Von ihrem Geſichte konnte man nur wenig ſehen, aber Mervyn bemerkte, daß ſie blaß aus⸗ ſah. Ihre Kleidung war ausnehmend reich, von ſchwar⸗ zem Sammt, mit goldenen Spitzen und Franſen über die Knie herab und bei dem jeweiligen Auflodern des Feuerlichts ſchien es ihm, daß ſie viele koſtbare Ju⸗ welen trage. Mervyn beobachtete, wie ſich der Page ihr ehrerbietig näherte und wie die Dame bei dem Namen, welchen er ausſprach, zuſammenfuhr und ſich plötzlich umwandte. Da ſah er ein Geſicht von aus⸗ nehmender Schönheit, aber tief durchwühlt von Kum⸗